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Chessbase und die Hashkollisionen

Der PF3 in Argentinien Artikel ist auf gewisse Weise schon bemerkenswert :-) Nicht nur dass die Anzahl seiner Niederlagen von drei auf zwei reduziert wurde (das wurde inzwischen berichtigt), es wurde auch der Aussetzer von PF3 gegen Lemos erklärt! Die gute Nachricht ist. PF3 scheint bugfrei zu sein. Die schlechte Nachricht, auch bugfreie Programme haben Hashkollisionen.
Und eine solche hat die erwähnte Partie verdorben. Die Mär von den Hashkollisionen habe ich schon sooo oft gehört - ich fand sie eigentlich nie überzeugend!
Meiner Meinung nach ist sie zumeist eine beliebte Ausrede, die von niemanden wiederlegt werden kann. Die Hashkollisionen sind so selten, dass sie eigentlich nie einen Einfluß auf die Suche haben, sie gehen einfach unter in den Millionen von Positionen, die der Rechner abarbeitet. Genau wie viele andere Programme hat Matador (mein eigenes bescheidenes Schachprogramm) seine Hashkollisionen mitprotokolliert. Die, die erkannt werden können, sind natürlich unkritisch, da in diesem Fall die Hasheinträge ignoriert werden. Es ist aber auch logisch und erklärbar, dass die meisten Kollisionen erkannt werden müssen! Im Durchschnitt hatte Matador eine Kollision pro Tag bei einer 24-stündigen Analyse! Andere Programme, deren Erzeugung der genutzten Zufallszahlen noch besser ausgeklügelt war, hatten noch weniger Kollisionen.
Angenommen 70% aller Hashkollisionen können erkannt werden, dann könnte man schlussfolgern, dass Matador alle 3 Tage eine nichterkannte Kollision hatte. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich auf die Suche auswirkt, würde ich mit <0,1% beziffern - darüber ließe sich natürlich vortrefflich streiten. Falls ich Recht hätte, würden wir also im Schnitt alle 72.000 Stunden Rechenzeit einen durch eine Kollision beeinflussten Zug erleben.
PF3 hat ca. 40 Stunden in Argentinien gespielt. Der Erwartungswert für die Anzahl der entscheidenden Kollisionen liegt somit bei 0,0005. Was Chessbase doch für ein Glück hatte ;-)

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